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Und täglich grüßt die Terrorangst

Wenn Generalbundesanwältin Monika Harms sagt, die Bevölkerung in Deutschland sei oftmals nicht bereit, Einschränkungen durch eine stärkere Videoüberwachung hinzunehmen, dann zeugt das von ihrer guten Beobachtungsgabe. Warum auch sollten wir uns bei jedem Spaziergang auf öffentlichen Strassen und durch öffentliche Gebäude von Videokameras filmen lassen? Möchte Frau Harms etwa andeuten, die latente Bedrohung durch radikalislamische Terroristen liesse uns keine andere Wahl? Das wäre natürlich lächerlich, denn wie wir wissen, hat noch keine Überwachungskamera irgendeinen Terroranschlag verhindert; nicht die Anschläge in New York vom 9. September 2001, nicht die Anschläge auf die U-Bahn in London und auch nicht die geplanten Anschläge auf Züge in Deutschland. Warum sollte die deutsche Bevölkerung vor Terroristen kapitulieren und warum sollten wir unsere Freiheiten aufgeben? Und warum sollten wir uns überhaupt vor neuen Anschlägen fürchten, wenn wir doch seit dem 6. November alle Flüssigkeiten im Handgepäck brav in Klarsichthüllen verstauen müssen? Dadurch ist doch jegliche Terrorgefahr gebannt, oder etwa nicht? Haben die neuen Sicherheitsbestimmungen mal wieder gar nichts mit Sicherheit zu tun? Oder darf man vielleicht hinterfragen, ob die Terrorangst nicht vielmehr absichtlich ausgenutzt wird, um unsere Freiheiten zu beschränken? Das wäre fatal. So weit darf es nicht kommen.

12. November 2006 at 04:35 PM
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