Im Dialog mit der WAZ
Essen zeigte sich von seiner Sonnenseite. Der Himmel war blau und ein leichter Sommerwind wehte durch die Stadt. Im Gelben Saal der Philharmonie versammelte sich eine Gruppe Blogger zum "1. Strategischen Dialog" mit der WAZ-Gruppe. Bodo Hombach persönlich hatte geladen, um das zu diskutieren, was derzeit unter dem Arbeitstitel "WAZ Live" bereits Niederschlag in diversen Medien gefunden hat. Ebenfalls kein Geheimnis mehr ist die Nachricht, daß Katharina "Lyssa" Borchert als Chefredakteurin an Bord geholt wurde, um dieses Projekt auszugestalten und umzusetzen. Und natürlich freue ich mich wie Bolle, daß hier eine sehr gute Freundin mit einer sehr, sehr reizvollen Aufgabe betreut worden ist, und ich bin gespannt, wie viele der Ideen und Konzepte, die heute zur Diskussion standen, tatsächlich umgesetzt werden.
Lyssa hat gebeten, daß die Teilnehmer der Diskussion nicht alle Details des Konzepts im Internet verbreiten, da sich zu diesem Zeitpunkt viele der vorgestellten Ideen noch in einem frühen Stadium befinden. Natürlich werde ich mich an dieses "gentlemen's agreement" halten. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle ein paar Eindrücke von dem Meeting schildern.
Es war insgesamt bemerkenswert und aus meiner Sicht der Dinge eine mutige Entscheidung, den Dialog in diesem Frühstadium des Projektes zu suchen. Bodo Hombach stellte sich vor die Gruppe und sprach sehr offen und unverblühmt über interne Hürden, die überwunden werden mußten, um die WAZ-Mannschaft mit ins Boot zu holen. Den Umbruch, den die WAZ mit diesem Projekt vorantreibt, ist mehr, als ein neuer Internetauftritt oder der Launch von ein paar hippen interaktiven Features. Vielmehr handelt es sich bei "WAZ Live" um die Vision, Online- und Offline-Welten zu einer ganzheitlichen Medienmarke zu vereinen und hierbei Mehrwerte zu schaffen. "Blogger", "Lokaler Redakteur", "Online-Journalist", "Reporter",... alle diese Begriffe verschmelzen bzw. werden integral definiert und können innerhalb von "WAZ Live" ihre jeweiligen Stärken ausspielen. Ein Thema, das lange diskutiert wurde, war beispielsweise die "faire Kompensation für Inhalte", worüber es durchaus unterschiedliche Ansichten gab bzw. eine handvoll erprobter Anreizmodelle mit jeweils unterschiedlichen (potentiellen) Auswirkungen.
Der offizielle Teil der Diskussion dauerte mehr als vier Stunden, und es wurden aus meiner Sicht viele wichtige Fragen aufgeworfen und kritische Anmerkungen gemacht. Das WAZ-Team war insgesamt extrem neugierig und offen für Anregungen.
Man wird in den nächsten Tagen und Wochen noch viel über "WAZ Live" hören und lesen, auch wenn die ersten Arbeitsergebnisse erst in Monaten sichtbar sein werden. Ich freue mich auf die nun entstehende Folgediskussion und bin mindestens so gespannt wie Lyssa, deren Aufgabe es nun ist, das Projekt auf die richtigen Beine zu stellen. Natürlich werden die üblichen Verdächtigen nicht damit warten, Pauschalkritik und Halbwissen zu einer Formel zu vereinen, die nur ein negatives Ergebnis kennt. Ich bin aber davon überzeugt, daß die WAZ hier einen spannenden und erfolgsversprechenden Pfad einschlägt, der den Weg als Ziel sieht.


