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Heiko Hebig
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Home > Weblog Archive > Schröder sehen und Merkel wählen?

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Schröder sehen und Merkel wählen?


Das hört ja gut auf. Ein letztes Mal wollten die verbleibenen SPD-Parteigenossen, die noch nicht aus der Partei ausgetreten oder zur WASG/PDS übergelaufen waren, Ihren Kanzler sehen. Man hatte vorsichtshalber nur die Fabrik in Ottensen gebucht, um nicht ein halbleeres CCH mit Statisten auffüllen zu müssen. Hart wurde in den letzten Wochen für ein Mißtrauensvotum gekämpft. Die Arbeit hatte sich ausgezahlt: der Bundestag hatte Gerhard Schröder mit deutlicher Mehrheit das Vertrauen entzogen. Erinnern wir uns: Dieser Schritt war notwendig geworden, weil sich Schröder nach dem Verlust der NRW-Wahl nicht mehr in der Lage sah, dieses Land weiter zu regieren. Heute nun wollte er seinen Genossen in Hamburg wohl erklären, warum Sie Ihm im September dennoch erneut Ihre Stimme geben sollen.

Schließlich würde sich doch an den Rahmenbedingungen, die dem Kanzler das Regieren so gänzlich unmöglich gemacht haben, rein gar nichts ändern. Aber der Bundespräsident hat den Weg für Neuwahlen freigegeben, und Schröder wird durch die Republik geschickt, um sein Blendwerk abzufeuern. Wie sollte man die erneute Kandidatur rechtfertigen, wenn "verzweifeltes Festhalten an der Macht" als Erklärungsgrund auf nur wenig Gegenliebe im Wahlvolk stößt? Er bräuche für seine Reformen eine neue Legitimation und den Rückhalt im Volk. Aha.

Vor allem aber benötigt Schröder - und das wird gerne verschwiegen - eine Mehrheit im Bundesrat, aber die würde er auch nach einem hypothetischen Gewinn der Bundestagswahlen im Herbst nicht haben. Die Politik Schröders steckt in einer Sackgasse. Da hilft auch kein roter Flitzer.

Leider konnte ich dieses Schauspiel nicht mit eigenen Augen verfolgen, da ich mir das erste Heimspiel des FC St. Pauli am Millerntor ansehen mußte. Das Spiel war durchwachsen. Am Ende hat es für ein 1:0 gereicht. Man muß nicht immer die bessere Mannschaft sein, um zu gewinnen. Das wird sich zur Zeit auch Angela Merkel denken. Es wird schon irgendwie klappen. Man hat zwar nicht unbedingt die besseren Antworten, aber immerhin trägt man schicke Trainingsanzüge. Dann kommt der Erfolg von ganz alleine.

Comments to this weblog entry:

Schröder hatte bei der Wahl `98 auch keine Mannschaft. Wer kannte damals / kennt heute den für das Amt des Wirtschaftsministers vorgesehenen Jost Stollmann, der das Amt dann aber nicht antrat? Oder Werner Müller, der es dann wurde? Das ist nunmal das Schicksal der Opposition. Wird gerne vergessen.


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